22 Nov

Das Zwangsversteigerungsverfahren als Vollstreckungsmaßnahme

Ein Auszug aus Kapitel 3 Absatz (d aus dem Buch „Rückständige Hausgelder im Wohnungseigentumsrecht“

Durch das Zwangsversteigerungsverfahren wird der Miteigentumseigenanteil des säumigen Eigentümers zwangsweise versteigert. Der Erlös der Versteigerung dient dann zur Befriedigung der Rückstände; die Gemeinschaft erhält auf diese Weise die rückständigen Beiträge ausgeglichen.

Seit der WEG-Rechtsreform im Jahre 2007 erstrahlt die Zwangsversteigerung wegen rückständiger Beiträge zu den Lasten und Kosten der Gemeinschaft in hellem Licht. Denn im Wege dieser Reform wurden Wohngeldrückstände in die sogenannte Rangklasse 2 des § 10 ZVG gehoben. Forderungen dieser Rangklasse gehen damit selbst sogenannten dinglich besicherten Forderungen wie etwa Grundschulden, die Bankdarlehen besichern, vor.

Wohngeldrückstände i.S.d. Rangklasse 2 stehen damit fast an der Spitze der zu befriedigenden Forderungen. Ihnen gehen nur die Kosten des Zwangsversteigerungsverfahrens, die Kosten zur Erhaltung und Verbesserung des Grundstücks aus einer zuvor erwirkten Zwangsverwaltung (solche Kosten sind sehr selten) und pauschalierte Kosten für mitversteigertes Zubehör im Rahmen einer parallelen Insolvenz des Grundstückseigentümers (was ebenfalls selten der Fall ist) vor.